EROSKOP

Seit meiner Kindheit spiele ich immer wieder mit einem Kaleidoskop - und setze mich dabei stets einem Wechselbad von Wehmut und gespannter Neugierde aus:

Wehmut, weil das soeben gesehene, wunderschöne und oft auch dämonische Bild bei der kleinsten Bewegung oder Drehung des Rohres auf Nimmerwiedersehen verschwindet, Neugierde, weil ich weiß, dass auf alle Fälle ein anderes, vielleicht umso aufregenderes Bild auftauchen wird. Vor einiger Zeit habe ich begonnen, selbst Kaleidoskope zu konstruieren, die es mir ermöglichen, beim Durchfotografieren ihr Innenleben mit der Außenwelt in unendlich vielen Möglichkeiten verschmelzen zu lassen. Bald drängte sich mir der Name EROSKOP auf, weil durch den sich rasch verändernden Fluss der Bilder eine ungemein erotisch-dynamische Wechselwirkung zwischen Zufall und eigenem Gestaltungswillen entsteht. Das Festhalten der unendlichen Bilderflut gelingt nur durch einen totalen Libidowurf ins fotografische Geschehen, wird zur Sucht und endet dann nur wegen Erschöpfung der Batterien von Kamera und Fotografin.

 

EROSKOP-Tafeln:
EROSKOP-Tafel Nr. 1, C-Print, 2003